Amazon FBA erfordert acht Voraussetzungen: ein Gewerbe, eine Steuernummer plus USt-IdNr, ein geschäftliches Bankkonto, eine gültige Kreditkarte, ein Ausweisdokument, ein Profi-Verkäuferkonto (39 € netto pro Monat, Stand Juli 2026), eine LUCID-Verpackungsregistrierung und produktbezogene Barcodes. Erst wenn alle acht vorliegen, ist der Verkaufsstart rechtssicher.
Für Amazon FBA in Deutschland brauchst du eine Gewerbeanmeldung (10–65 € je Bundesland), eine Steuernummer, eine USt-IdNr und eine EORI-Nummer für Importe. Das Profi-Verkäuferkonto kostet 39 € netto pro Monat. Dazu kommen ein Geschäftskonto auf den Kontoinhaber, eine Kreditkarte, ein Ausweisdokument und die LUCID-Registrierung nach dem Verpackungsgesetz. Für jedes Produkt ist ein GTIN-Barcode und die Produktkonformität (CE) Pflicht. Ein Mindestalter von 18 Jahren gilt für jedes Verkäuferkonto.
Welche rechtlichen Voraussetzungen brauchst du für Amazon FBA?
Amazon FBA setzt vier rechtliche Nachweise voraus: eine Gewerbeanmeldung, eine Steuernummer vom Finanzamt, eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer und eine EORI-Nummer für Warenimporte. Diese vier bilden die juristische Grundlage jedes Verkäuferkontos in Deutschland.
Die Gewerbeanmeldung ist der erste Schritt. Ein Gewerbe meldest du beim örtlichen Gewerbeamt an. Die Kosten liegen laut Angaben mehrerer FBA-Anbieter zwischen 10 und 65 € je nach Bundesland. Ein privater Verkauf ohne Gewerbe ist bei FBA nicht zulässig, weil regelmäßiger Handel mit Gewinnabsicht als gewerbliche Tätigkeit gilt.
Die Steuernummer erhältst du automatisch nach der Gewerbeanmeldung vom Finanzamt über den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr) ist eine EU-weite Kennung für den innergemeinschaftlichen Handel. Sie ist Pflicht, sobald du Ware aus anderen EU-Ländern beziehst oder in EU-Lager einlagerst. Die EORI-Nummer ist eine Zoll-Registriernummer, kostenlos beim Zoll beantragbar und notwendig für jeden Import aus Drittländern wie China.
Eine Betriebshaftpflichtversicherung ist rechtlich nicht zwingend, wird von FBA-Beratern aber dringend empfohlen. Amazon verlangt ab bestimmten Umsatzschwellen zudem eine Produkthaftpflicht mit definierter Deckungssumme.
Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG befreit dich von der Umsatzsteuer-Ausweisung, nicht aber von der Registrierungspflicht. Wer Ware in ausländischen Amazon-Lagern einlagert (Pan-EU, CEE), verliert den Kleinunternehmer-Vorteil im Ausland und braucht dort lokale USt-Registrierungen. Prüfe das vor der Programmwahl mit einem Steuerberater.
Welche Konten und Zahlungsmittel sind Pflicht?
Für Amazon FBA brauchst du drei finanzielle Voraussetzungen: ein Geschäftskonto auf den Namen des Kontoinhabers, eine gültige Kreditkarte und das kostenpflichtige Profi-Verkäuferkonto. Ohne diese drei lässt sich kein Verkäuferkonto vollständig verifizieren.
Das Bankkonto muss auf den Kontoinhaber des Verkäuferkontos lauten. Amazon zahlt Verkaufserlöse ausschließlich auf ein passendes IBAN-Konto aus und gleicht den Namen bei der Verifizierung ab. Ein privates Konto ist technisch möglich, ein separates Geschäftskonto trennt jedoch Buchhaltung und Umsatzsteuer sauber.
Die Kreditkarte dient der Gebühren-Abbuchung. Amazon akzeptiert Visa, Mastercard und American Express. Ohne hinterlegte, gültige Karte bleibt die Kontoeröffnung im Verifizierungsschritt stehen.
Das Profi-Verkäuferkonto kostet 39 € netto pro Monat (Stand Juli 2026, laut Amazon-Gebührenübersicht). Es lohnt sich ab etwa 40 verkauften Artikeln monatlich, weil das alternative Einzelkonto pro verkauftem Artikel 0,99 € berechnet. FBA ist ausschließlich mit dem Profi-Tarif sinnvoll nutzbar, da nur dieser Werbung, Bulk-Uploads und die Buy Box freischaltet. Welcher Tarif sich für dein Volumen rechnet, hängt direkt von der geplanten Stückzahl ab.
Der 40-Artikel-Break-Even ist nur die halbe Wahrheit. In der Praxis scheitert die Kontoeröffnung fast nie an der Gebühr, sondern an der Video-Verifizierung: Amazon gleicht Ausweis, Adressnachweis (Kontoauszug oder Versorgerrechnung, nicht älter als 90 Tage) und Gesichtsabgleich live ab. Wer hier mit abweichenden Namensschreibweisen zwischen Ausweis, Bankkonto und Gewerbeschein antritt, wird abgelehnt. Sorge vor der Eröffnung dafür, dass alle drei Dokumente exakt identische Namensangaben tragen.
Welche Produkt- und Compliance-Voraussetzungen gelten?
Jedes FBA-Produkt braucht vier Nachweise: einen GTIN-Barcode, die Produktkonformität nach EU-Recht, die LUCID-Verpackungsregistrierung und je nach Warengruppe eine WEEE- oder Batterie-Registrierung. Diese Pflichten gelten produktbezogen, nicht nur einmalig fürs Konto.
Ein GTIN (Global Trade Item Number, früher EAN) ist ein weltweit eindeutiger Produkt-Barcode. Amazon verlangt für neue Listings originale GTINs von GS1, dem offiziellen Vergabesystem. Wiederverkaufte Billig-Barcodes führen zunehmend zu Listing-Sperren.
Die LUCID-Registrierung nach dem Verpackungsgesetz ist seit Juli 2022 Pflicht für jeden, der verpackte Ware in Deutschland in Verkehr bringt. Du registrierst dich kostenlos bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) und lizenzierst deine Verpackungsmengen bei einem dualen System. Amazon prüft die LUCID-Nummer aktiv und sperrt Angebote ohne gültige Registrierung.
Die Produktkonformität umfasst je nach Kategorie die CE-Kennzeichnung, Sicherheitsdatenblätter oder Prüfzeugnisse. Für Elektrogeräte kommt die WEEE-Registrierung bei der Stiftung EAR hinzu, für Batterien die Meldung nach dem Batteriegesetz. Ohne diese Nachweise riskierst du Abmahnungen und Amazon-Sperren.
Welche persönlichen Voraussetzungen musst du erfüllen?
Amazon FBA verlangt drei persönliche Voraussetzungen: ein Mindestalter von 18 Jahren, ein gültiges Ausweisdokument und eine erreichbare Kommunikationsadresse. Fachliche Vorkenntnisse sind keine formale Bedingung.
Das Mindestalter von 18 Jahren gilt für jedes Amazon-Verkäuferkonto, weil ein Gewerbe und rechtsverbindliche Verträge Geschäftsfähigkeit voraussetzen. Als Ausweisdokument akzeptiert Amazon Personalausweis oder Reisepass; das Dokument wird im Verifizierungsprozess fotografiert und geprüft.
Eine gültige E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer sind für Kontoeröffnung und Zwei-Faktor-Authentifizierung nötig. Kaufmännisches Grundwissen zu Kalkulation und Marge ist kein formales Kriterium, entscheidet in der Praxis aber über Erfolg oder Verlust. Wie hoch dein finanzieller Startbedarf ausfällt, hängt von Produktwahl und Einkaufsmenge ab.
💬 Meine Einschätzung
Die gängige Annahme lautet: Die größte Hürde bei Amazon FBA sei das Startkapital. In der Praxis zeigt sich das Gegenteil. Die meisten Abbrüche passieren an den Compliance-Voraussetzungen — konkret an der LUCID-Registrierung und den USt-Pflichten bei EU-Lagerung. Drei Gründe: Erstens wird das Verpackungsgesetz von Einsteigern regelmäßig übersehen, obwohl Amazon die LUCID-Nummer inzwischen aktiv abgleicht. Zweitens unterschätzen viele, dass Pan-EU-Programme sofortige Umsatzsteuer-Registrierungen in bis zu sieben Ländern auslösen. Drittens kostet das Nachrüsten fehlender Nachweise Wochen, in denen das Kapital bereits in der Ware gebunden ist. Wer die acht Voraussetzungen vollständig vor der ersten Bestellung klärt, spart sich den teuersten Fehler: eingelagerte Ware, die nicht verkauft werden darf.
- Rechtlich: Gewerbeanmeldung (10–65 €), Steuernummer, USt-IdNr, EORI-Nummer für Importe
- Finanziell: Geschäftskonto auf den Kontoinhaber, Kreditkarte, Profi-Konto für 39 € netto pro Monat
- Produkt: GTIN-Barcode von GS1, CE-Konformität, WEEE bei Elektro, Batteriegesetz-Meldung
- Verpackung: LUCID-Registrierung bei der ZSVR ist seit Juli 2022 Pflicht
- Persönlich: Mindestalter 18 Jahre, Ausweisdokument, E-Mail und Telefonnummer für die Verifizierung
Häufige Fragen zu den Voraussetzungen für Amazon FBA
Diese vier Fragen ergänzen die Hauptkapitel um Detail-Aspekte, die Einsteiger vor dem Start regelmäßig klären müssen.
Kann ich Amazon FBA ohne Gewerbe starten?
Nein. Regelmäßiger Verkauf mit Gewinnabsicht gilt in Deutschland als gewerbliche Tätigkeit und erfordert eine Gewerbeanmeldung. Ein reiner Privatverkauf über ein Einzelkonto ist für Gelegenheitsverkäufe gedacht, nicht für das planmäßige FBA-Geschäftsmodell mit Wareneinkauf und Lagerung.
Brauche ich eine USt-IdNr, wenn ich Kleinunternehmer bin?
Für den reinen Inlandsverkauf reicht die Steuernummer. Sobald du Ware aus dem EU-Ausland beziehst oder über Amazon in ausländischen Lagern einlagerst, brauchst du eine USt-IdNr und meist lokale Umsatzsteuer-Registrierungen. Die Kleinunternehmerregelung gilt dann im Ausland nicht.
Was kostet die Erfüllung aller Voraussetzungen insgesamt?
Die reinen Anmeldekosten sind gering: Gewerbeanmeldung 10–65 €, EORI kostenlos, LUCID kostenlos, GTINs ab wenigen Euro pro Code. Der Hauptkostenblock ist das Profi-Konto mit 39 € netto pro Monat plus die spätere Warenfinanzierung, nicht die formalen Nachweise.
Wie lange dauert es, alle Voraussetzungen zu erfüllen?
Gewerbeanmeldung und Kontoeröffnung sind an einem Tag machbar. Steuernummer und USt-IdNr dauern beim Finanzamt ein bis vier Wochen. LUCID und EORI sind sofort online abwickelbar. Realistisch solltest du zwei bis vier Wochen Vorlauf einplanen, bevor das erste Produkt eingelagert wird.
Quellen und weiterführende Literatur
Die folgenden Quellen wurden für die Angaben zu Gebühren, Registrierungspflichten und Verifizierung ausgewertet (Stand Juli 2026).
- Amazon Seller Central — Gebührenübersicht Deutschland · sellercentral.amazon.de · Offizielle Angaben zu Profi-Konto-Gebühr, Verkaufsprovisionen und Verifizierungsanforderungen.
- Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) · verpackungsregister.org · Registrierungspflicht LUCID nach dem Verpackungsgesetz seit Juli 2022.
- GS1 Germany · gs1-germany.de · Offizielle Vergabestelle für GTIN-/EAN-Barcodes für Amazon-Listings.
- SPACEGOATS Space Wiki — Erste Schritte und Voraussetzungen · spacegoats.io · Zusammenstellung der rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Startanforderungen für deutsche FBA-Seller 2026.
- Stiftung EAR · stiftung-ear.de · Registrierungspflicht für Elektrogeräte nach dem Elektrogesetz (WEEE).
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