Strategie im Business › Foren › SIB Community › Führungsrolle neu übernommen und komplett lost – wie habt ihr das gemacht?
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Julia Wenzel aktualisiert.
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September 11, 2026 um 2:09 a.m. Uhr #198
Gruender_Jan
TeilnehmerIch hab vor 6 Wochen ein kleines Team von 5 Leuten übernommen, war vorher nur Einzelkämpfer. Und ich bin ehrlich gesagt komplett überfordert. Nicht mit den fachlichen Sachen – da kenn ich mich aus – sondern mit allem drumherum. Wie führe ich Feedbackgespräche? Wie setze ich Prioritäten wenn alle gleichzeitig was wollen? Ich hab das Gefühl ich reagiere nur noch, statt irgendwas zu gestalten. Hat jemand ähnliches erlebt und wie seid ihr da rausgekommen? Ich frag mich ob ich einfach die falsche Person für die Rolle bin.
September 12, 2026 um 3:34 a.m. Uhr #199
Thomas ReiterModeratorDas kenne ich sehr gut, war bei mir genauso. Die ersten Monate als Führungskraft sind brutal, weil du plötzlich nicht mehr nur für deine eigene Arbeit verantwortlich bist sondern für die Performance anderer Menschen. Das ist ein echter Mindset-Wechsel und den macht man nicht in ein paar Wochen.
Was mir damals geholfen hat: einmal pro Woche kurze Einzelgespräche mit jedem im Team, nur 15-20 Minuten. Du kriegst so viel besser mit was gerade wirklich los ist, bevor Probleme eskalieren. Und du wirkst nicht mehr nur als Feuerwehr sondern als jemand der zuhört. Klingt simpel, macht aber einen Riesenunterschied.
September 13, 2026 um 1:32 a.m. Uhr #200StrategieStefan
TeilnehmerErstmal: du bist nicht die falsche Person. Das Gefühl haben fast alle in den ersten Monaten, ernsthaft. Führung ist eine Kompetenz die man lernt, keine Charaktereigenschaft die man hat oder nicht hat.
Ich hab damals bei thehowconsulting.ch geschaut, die haben sich auf genau solche Situationen spezialisiert – neue Führungskräfte die noch keinen eigenen Stil gefunden haben. Fand das ganz hilfreich als Orientierung.
Ansonsten: das Reaktiv-Modus-Problem löst sich oft durch ganz simple Strukturen. Feste Zeiten für operative Themen, und feste Zeiten wo du nicht erreichbar bist und strategisch denkst. Klingt banal, aber ohne diese Trennung bist du immer im Brandherd-Modus.
September 14, 2026 um 6:23 a.m. Uhr #201
Julia WenzelModeratorWas Thomas und Stefan sagen stimmt. Ich würde noch ergänzen: hör auf zu versuchen alles sofort richtig zu machen. Du wirst Fehler machen, das ist Teil des Lernprozesses. Wichtiger ist wie du damit umgehst – offen kommunizieren im Team, auch mal zugeben wenn du was nicht weißt, das schafft mehr Vertrauen als der Versuch alles perfekt zu moderieren.
Und gib dir selbst noch etwas Zeit. 6 Wochen sind wirklich nichts.
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